Tagestrip nach Straßburg: Die Stadt in weniger als sieben Stunden erleben!

Donnerstag, 18. Mai 2017


Sieben Stunden können extrem lang sein. Oder auch extrem kurz, wenn man beispielsweise eine neue Stadt erkundet. Für mich ging es Ende März als Belohnung für die überstandenen schriftlichen Abiturprüfungen für einen Tag nach Straßburg. Mit dem Fernbus von Frankfurt aus lohnt es sich wirklich, denn mit der jeweils frühesten und spätesten Verbindung bleiben einem ganze sieben Stunden an diesem Ort. Da ich vorher noch nie in Frankreich war, erschien mir dieser Ausflug als eine willkommene Gelegenheit, mal wieder einen Fuß ins Ausland zu setzen - wenn auch nur direkt hinter die Grenze. Für den Anfang erstmal ein leichter Einstieg, um mich mit Frankreich bekannt zu machen, da meine Französischkenntnisse gleich Null sind und über Bonjour und Baguette nicht weiter hinausragen.


Vom Busbahnhof aus ist man in wenigen Minuten ins Zentrum der Stadt gelaufen. Das Herz der Stadt bildet der Place du Château mit dem riesigen Straßburger Münster. Die Kathedrale ist wirklich beeindruckend und meiner Meinung nach darf ein Aufstieg auf die Aussichtsplattform bei einem Besuch dieser Stadt nicht fehlen. Straßburg ist bekannt für seine vielen erhaltenen Fachwerkhäuser, die sich eng aneinanderreihen und von oben wirklich wunderschön aussehen. Hierfür haben wir uns wirklich Zeit genommen und die Aussicht genossen. Wir hatten Glück mit dem Wetter: Sonne an einem wolkenlosen, strahlend blauen Himmel, sodass man bis in die Berge des Schwarzwalds sehen kann. Auf den Fotos ließen diese sich leider nicht so gut einfangen wie mit dem bloßen Auge. 
Auch von innen ist der Dom der Straßburger nicht zu verachten. Von außen hat mir dann doch noch die Paulskirche besser gefallen. Nur ein paar Meter entfernt thront sie an der Spitze einer kleinen Halbinsel, direkt vor ihr teilt sich die Ill und fließt an beiden Seiten der Kirche vorbei. Der Fluss ist allgegenwärtig in Straßburg und fließt wie die Grachten in Amsterdam durch den ganzen alten Stadtkern. 
Vom Straßburger Münster aus kommt man mit wenigen Schritten an die Anlegestation der Touristenboote, die als Audioführung die klassischen Hop on - Hop off Busse ersetzen. Je nachdem welche Tour man bucht, dauert die Fahrt unterschiedlich lange und befasst sich mit anderen Inhalten. Wir hatten die klassische Touristentour mit allgemeinen Infos, die allerdings auch die längste Fahrt ist und wirklich schön, um einen Überblick über die Stadt zu erhalten. 
Im Vergleich würde ich aber dennoch immer die Busse vorziehen. Sie sind einfach schneller und geben einem mehr Informationen, da sie 1) die Möglichkeit haben an mehreren Wahrzeichen der Stadt entlang zu kommen und nicht nur die, die am Wasser liegen und 2) einfach schneller sind und man so nicht längere Pausen gefüllt mit Warteschleifenmusik ertragen muss. Zu Straßburg hat diese Bootsfahrt aber irgendwie gepasst, die Stadt war wirklich unglaublich ruhig - teilweise fast wie ausgestorben - und so konnte man sich einfach mal für eine Stunde zurücklehnen und die Aussicht genießen. Auf dieser Tour fährt das Boot durch zwei Schleusen, was das Ganze etwas spannender gestaltet (vor allem wenn der Kapitän so wenig Zielwasser getrunken hatte wie unserer an diesem Morgen).

Meinen straffen Zeitplan konnte ich nicht ganz so durchziehen wie gewollt. Im Nachhinein bin ich aber auch ganz froh, den Ausflug etwas entspannter angegangen zu sein. Auf der Aussichtsplattform musste man sich wirklich Zeit nehmen und den Blick genießen und auch die einstündige Bootsfahrt hat sich gelohnt - ich mag es nämlich überhaupt nicht, wenn ich irgendwo bin, ohne jegliche Hintergrundinformationen zu diesem Ort. Also wurde kurzerhand umdisponiert und statt dem Orangeriepark dem botanischen Garten der Universität ein Besuch abgestattet. Wobei sich dieser wirklich nicht gelohnt hat und der Orangeriepark, welcher mein eigentliches Ziel gewesen wäre, bestimmt schöner gewesen wäre. Besser gefallen hat mir da schon der Place de la République, unser letzter wirklicher Sightseeing - Punkt an diesem Tag.



Zum Abendessen ging es dann ins Flam's, einem französischem Flammkuchenrestaurant. Darf man in Straßburg nicht verpassen, denn wie wir alle wissen, liegt die Stadt im Elsass und aus der Tiefkühltruhe kennen wir doch alle den Flammkuchen Elsässer Art. An sich esse ich wirklich gerne Flammkuchen und die Auswahl war riesig, wer also darauf steht, sollte den Laden wirklich mal ausprobieren und sich durch die Karte esse, leider habe ich einfach die falsche Wahl getroffen. Vom Burgerbelag rate ich euch ab, klingt zwar lecker, passt aber einfach nicht zueinander. Besser war da schon der Flammkuchen mit Lachs und frischen Kräutern, die mein Freund gewählt hatte und von dem ich mir dann das ein oder andere Stück geklaut habe. Mein Highlight war dann doch eher der (etwas überteuerte) Crêpe - to - go.

Natürlich hätte man in den wenigen Stunden noch mehr von der Stadt mitnehmen können, aber die Zeit reicht auf jeden Fall aus, um auch entspannt einen guten Eindruck von Straßburg zu bekommen. Straßburg ist keine Stadt mit unendlichen von Wahrzeichen, wer also vielleicht ein wenig mehr als sieben Stunden dort verbringt hat sicherlich die Chance, alles mitzunehmen, was die Stadt so zu bieten hat.



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