Ausgemistet - Doch wohin jetzt damit?

Samstag, 5. Mai 2018


Nach meinem Auszug letztes Jahr in unsere erste gemeinsame Wohnung, steht jetzt Ende Mai für meinen Freund und mich ein Umzug in eine neue Wohnung an. Schon als ich ausgezogen bin, habe ich unglaublich viel ausgemistet. In meinem alten Kinderzimmer haben sich viele Sachen angesammelt, die ich nicht mit in meine neue Wohnung und mein neues Leben nehmen wollte. Und auch bei unserem jetzigen Umzug stand wieder mal Ausmisten an. Da nun ein Umzug vom Dorf in die Innenstadt ansteht, wird sich unser Wohnraum etwas verkleinern. Aber dass die Mieten in der Stadt höher sind ist ja jetzt auch keine Neuigkeit und nehmen wir für unsere gute Lage gerne in Kauf. Aber dadurch, dass wir uns verkleinern, wird es uns natürlich auch an Stauraum fehlen und bereits in einem halben Jahr haben sich viele Sachen angesammelt, die wir vom Platz her überhaupt nicht in unsere neue Wohnung mitnehmen können. Da ich nun also schon etwas Erfahrung im erfolgreichen Ausmisten gesammelt habe, sind hier nun ein paar Tipps von mir, damit auch ihr in Zukunft besser ausmisten könnt:

1. Schritt

Nachdem ihr euch entschieden habt, was ihr nicht mehr haben und loswerden möchtet, solltet ihr euch ein System überlegen, in welche Kategorien ihr die Dinge nun unterteilt. Ich habe meine aussortierten Sachen in drei Stapel unterteilt. 

Der erste Stapel ist vermutlich der kleinste und er verschwindet auch am schnellsten. Kaputte Sachen gehören in die Mülltonne und nicht in den Keller oder sonst wohin. Auch wenn ihr eine emotionale Verbindung zu einem Gegenstand hat wird ihn das nicht wieder reparieren. So musste auch ich mich von meinen allerliebsten Lieblingssneakern trennen, die ich sooo gerne weiter getragen hätte. Von denen hätte ich mich wirklich schon früher trennen sollen. Dauernd habe ich mir eingeredet, ich würde sie doch noch tragen, man würde es kaum sehen ... letztendlich habe ich mich aber einfach nicht mehr in ihnen wohlgefühlt, denn NATÜRLICH hat man gesehen, dass die Schuhe kaputt waren. Manchmal ist es wirklich schade um die Dinge die kaputt gegangen sind, aber das ist kein Grund sie länger zu behalten. Erlösen wir sie von ihren Schmerzen.

2. Schritt

Kommen wir nun zu den wirklich interessanten Dingen, die die nicht kaputt sind. Was stellt man nun mit denen an?
Nun sortieren wir aus unserem Stapel ein paar Sachen aus, bevor wir ihn weiter unterteilen. Nehmt nacheinander alles mal in die Hand und fragt euch "Kenne ich jemanden aus meiner Familie, meinem Freundes- oder Bekanntenkreis, der sich hierüber freuen würde?" Ja, habt ihr? Dann legt diese Sachen gleich zur Seite und gebt sie an jemanden weiter, der daran noch eine Freude haben wird. Oder ihr ladet eure Freunde ein, sich mal euren Stapel aussortierter Sachen selbst anzusehen - vielleicht werden sie ja noch fündig. Wenn ihr euch bei einem bestimmten Gegenstand sicher seid, dass sich diese eine Freundin oder dieser eine Freund total darüber freuen würde und er zusätzlich noch unbenutzt ist, dann hebt ihn einfach auf und ihr habt für den nächstgelegenen Anlass gleich ein tolles Geschenk parat!

3. Schritt

Ich habe alles, was übrig geblieben ist (meist der Großteil einer Ausmistaktion) in zwei weitere Stapel unterteilt. Zuerst in den Stapel "Gut erhalten, hat aber keinen Wert mehr". Besonders wenn man längere Zeit nicht ausgemistet hat sammeln sich bestimmte Dinge an, die über die Jahre einfach ihren Wert verloren haben oder einfach nicht sonderlich gefragt sind. Man kennt aber auch blöderweise niemanden, der mit diesen Sachen etwas anfangen kann ... also wohin damit? Viele wählen dann eben die einfachste Lösung: Mülltonne. Es gibt aber Sachen, die viel zu schade für die Mülltonne sind und mit ein bisschen Aufwand ist man auch diesen Stapel ganz schnell los und hat gleichzeitig noch etwas Gutes getan. Geht und spendet etwas!
Jetzt kommt es auf euren Wohnort an und darauf, was ihr daheim eigentlich noch so rumstehen hat. Eine gute Lösung dafür ist finde ich die Caritas. Hier kann man viele verschiedene Sachspenden hinbringen: Kleidung, Spielzeug, aber auch Möbel. Da ich eine Station ganz in der Nähe habe, war es für mich kein großer Aufwand, die Sachen dort vorbeizubringen. 
Wenn es speziell um aussortierte Kleidung geht, man aber nicht so weit fahren möchte, bieten sich ganz einfach Altkleidercontainer an - die stehen nun wirklich an jeder Ecke herum. Tausendmal besser die Sachen dort reinzuwerfen als in die Mülltonne! Oder ihr schaut euch mal das Projekt PACKMEE an. Hier werdet ihr für eure Spende sogar in Form von Gutscheinen belohnt!
Ich persönlich hatte viele Bücher aussortiert. Manche davon hätte ich einfach nicht verkaufen können, weil sie einfach zu alt oder ungefragt waren oder dann doch zu viele Leserillen hatten, um sie noch verkaufen zu können. Ich wusste von einem Bücherschrank nur zwei Orte weiter, also hab ich mir an einem schönen, sonnigen Sonntagnachmittag meine Tüte mit Büchern geschnappt und bin dorthin spaziert. Ich finde den Gedanken total schön, dass eines Tages jemand vorbeikommt, sich eines meiner Bücher nimmt und darin seine neue Lieblingsgeschichte entdeckt.

4. Schritt

Der übrig gebliebene Stapel ist dann logischerweise der "Gut erhalten und hat immer noch seinen Wert" - Stapel. Zumindest bei mir war es beziehungsweise ist es mit Abstand der größte Stapel und es dauert auch eine Weile, ihn wegzubekommen. Meiner Erfahrung nach lohnt sich der Aufwand aber wirklich. Viele Sachen bin ich schon los geworden und im Endeffekt war es leicht verdientes Geld. Man muss sich vielleicht mal einen Tag dran setzen, aber danach kommt das Geld fast von selbst. Zuerst sollte man sich eine Preisliste schreiben und alles abfotografieren. 
Dann kommt die Frage: Wo verkaufe ich das denn jetzt? Wenn man möchte kann man ganz klassisch auf den Flohmarkt gehen, heutzutage läuft ja aber sowieso alles übers Internet. Also schnell ein Konto bei ebay Kleinanzeigen eingerichtet und ein paar Anzeigen erstellt und ihr werdet euch wundern, wie viele Leute sich noch für eure alten Sachen interessieren.
Die einzige, etwas negative Erfahrung die ich damit gemacht habe, sind die Schnäppchenjäger. Die den ganzen Tag vorm PC hängen, die neuesten Angebote abchecken und an fast allem interessiert sind. Für sie zählt nur, möglichst wenig zu zahlen. Wenn ich dann eine Anfrage für ein Angebot bekomme, welches ich für 20€ reingestellt habe, die Person aber prinzipiell nicht mehr als 8€ für IRGENDWAS (vollkommen egal ob Buch, Couchtisch oder Mikrowelle) bezahlen möchte, finde ich das doch etwas unverschämt ...
Deshalb mein Tipp: Facebook Gruppen! Dort gibt es ganz viele verschiedene Flohmarkt Gruppen, in denen ihr eure Sachen anbieten könnt. Diese sind allerdings meistens nach Themen sortiert, also bietet keinen Fahrradhelm in einer Tupperware - Gruppe an. Über die Suchleiste findet ihr aber ganz schnell was ihr sucht. Mitglieder dieser Gruppen kennen sich dann mit dem Thema meist gut aus und wissen, welchen Preis manche Sachen noch wert sind und sind dann auch bereit, diesen zu bezahlen.



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